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Fabricating Europe

Projektbereich Holztechnik

Projektleitung

  • Siegmund Küster
  • Nils Iseler
  • Carsten Weutschihofski

Schüler der Holztechnik zu Gast in Estland

Das Holztechnik-Projekt „Fabricatine Europe“ geht mittlerweile in die dritte Runde. Diesmal reiste eine kleine Gruppe in die Provinzhauptstadt Rakvere, um dort ein dreiwöchiges Auslands-Praktikum in einer Türen- und Fensterfabrik durchzuführen. Nach Abholung des Gastgebers vom Talliner Airport ging es weiter in das etwa 100 km entfernt gelegene Internat unserer Partnerschule. Für den nächsten Tag hatte EU-Projektleiterin Katre Lomp eine Führung durch das mittelalterliche Schloss von Rakvere organisiert. Weitere Auslandspraktikanten aus Spanien und den Niederlanden nahmen daran teil.

Eine Weiterfahrt an das „Baltische Meer“ und der Besuch eines Schmiedes mit einer Fülle von Handwerkzeugen und Utensilien rundeten diesen Exkursionstag ab. Am Montagmorgen wurden wir vom Schulleiter der Rakverer Vocational School freundlich empfangen. Unser Auslandspraktikant Tassilo Köther suchte nachfolgend die Türen- und Fensterfabrik „Aru Grupp“ auf und konnte nach einer intensiven Sicherheitsbelehrung seine Arbeitstätigkeit aufnehmen. Er wird dort für zwei Wochen in der Produktion eingesetzt und in diesem Rahmen industrielle Fertigungtechniken kennenlernen.

In der letzten Woche steht ein Kettensägen-Skulpturen-Kurs auf der vorgelagerten estländischen Insel Muhu auf dem Programm.

Als ein besonderes Highlight dieser Reise kann der Besuch der größten estländischen Berufsschule in Turku (3500 Schüler) am darauffolgenden Tag bezeichnet werden. Mit dem Privatfahrzeug des befreundeten estländischen Kollegen Tonu Suurkaev erreichten wir in nahezu zwei Stunden den zentralen Studienort. Ein freundlicher EU-Koordinator führte uns durch eine sehr moderne und gut ausgestattete Ausbildungsschule, in der große Investionen getätigt worden sind. So wies die Holzwerkstatt nahezu alle erforderlichen Holzbearbeitungsmaschinen auf, die für den späteren Arbeitsprozess angewendet werden können. Die Berichtshefte der Schüler werden mit verschiedenen Text- und Autocad-Programme erstellt. Selbst die von Hand erstellten technischen Zeichnungen wiesen einen relativ hohen Schwierigkeitsgrad auf.

Was war noch anders? Die Schule verfügt über ein eigenes Hotel, einen Zahnarzt und über eine ärztliche Beratungsstelle. Eine große Bücherei, ein Friseursalon, ein Fitness-Studio und eine Sauna können von allen Schülern genutzt werden. In einem Restaurant wurde uns das Mittagessen durch angehende Gastronomie-Auszubildende serviert. Als Gäste fühlten wir uns hier sehr gut aufgenommen. Ein Altstadtbesichtigung von Turku mit Turmbesteigung schloss sich an. Eine Wanderung durch ein in der Nähe gelegenes Sumpfgebiet offenbarte die Stille und Schönheit dieses besonderen Landes.

(Name: Endla Looduskaitsella Keskus)

Die beiden abschließenden Exkursionstage führten nach Tallinn und Helsinki. Tallinn, die Hauptstadt Estlands, liegt an der Ostsee und ist das kulturelle Zentrum des Landes. Bekannt sind vor allem die von einer Stadtmauer umschlossene, kopfsteingepflasterte Altstadt mit zahlreichen Cafés und Geschäften sowie der Verteidigungsturm Kiek in de Kök aus dem 15. Jh. Der historische Rathausplatz Tallinns wird vom gotischen Rathaus mit einem 64 m hohen Turm dominiert, das im 13. Jh. errichtet wurde.

Zurzeit feiert die Republik Estland ihr 100 jähriges Bestehen. Besonders angenehm war die Überfahrt mit einer estländischen Fähre von Tallinn in die nahegelegene finnische Hauptstadt Helsinki. Für die 86 km lange Seeroute benötigte das Riesentransportschiff etwa zwei Stunden. Vom Terminal T2 führte eine Straßenbahn direkt in die Innenstadt. Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erlaufen möchte (Steinkirche, Parlament, Hafengebiet und Kathedrale), darf sich auf 9 km Strecke einstellen. Gutes Schuhwerk ist Nachahmern zu empfehlen!

Die Rückreise von Tallinn über Frankfurt nach Hannover gestaltete sich als problemlos. Das EU-Organisationsteam unserer Schule hatte gute Vorarbeit geleistet, sodass diese Reise in unser Partnerland viele neue Erkenntnisse und eindrucksvolle Impressionen hinterließ.

Warten wir auf unseren Tischler-Auszubildenden Tassilo Köther, er wird diesen Reisebericht mit Sicherheit ergänzen und erweitern können.

(Verfasser: Siegmund Küster)

Schüler aus Estland lernen das deutsche Tischlerhandwerk kennen

Im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Fabricating Europe“ führten drei estnische Tischler-Auszubildende ein vierwöchiges Praktikum in Peiner Tischlereien durch.
Die BBS Peine, die als Europaschule vier verschiedene Partnerschaften zu ausländischen Schulen unterhält, konnte die Bau- und Möbeltischlereien Klages und Köther als Ausbildungsbetriebe als Kooperationspartner gewinnen.

In beiden Ausbildungsbetrieben der Tischlerinnung Peine hatte man sich darauf eingestellt, dass die Praktikanten wenig Deutsch sprechen, jedoch über englische Sprachkenntnisse  verfügen.

Nach Aussagen der Fimeninhaber zeigten alle drei Balten während der Arbeit ein sehr diszipliniertes Arbeitsverhalten und einen hohen Grad an Zuverlässigkeit.„Nicht umsonst werden unsere Austauschschüler als die „Preußen Europas“ tituliert“, stellte Organisator Nils Iseler von der BBS Peine fest. Die Praktikanten verrichteten in den Tischlereien unter der Anleitung  von erfahrenen Gesellen Montage-Tätigkeiten im Peiner Umland.

In der ersten Ausbildungswoche kamen die Schüler in unsere Schule und nahmen am Theorie- und Fachpraxis-Unterricht der Berufsfachschule Holztechnik teil. So fertigten sie in der Holzwerkstatt unter der Aufsicht von Herrn Beckmann eine kleine Schreibschatulle und einen Stiefelknecht an.

Durch das Sponsering der Tischlerinnung und der BBS Peine konnte den estländischen Schülern ein sehr umfangreiches Kulturprogramm angeboten werden: Fahrten zur Autostadt nach Wolfsburg und zum Steinhuder Meer, ein Tagesausflug nach Hamburg mit einer Hafen- und Stadtrundfahrt sowie ein Besuch des Rathauses in Hannover standen auf dem Programm.

Ein Grillabend bei Familie Iseler und ein Pizza Essen im Peiner Azzurra unterstützten die europäische Idee. Am Sonntag ging es mit dem Schulbus zum Flughafen Hannover-Langenhagen. Pünktlich um 14:20 Uhr hob die Lufthansa-Maschine in Richtung Tallinn ab.

Firmeninhaber Alfred Köther von der Tischlerinnung Peine bemerkte zum Abschluss : „Die europäische Jugend wird in den nächsten Jahren darüber zu entscheiden haben, ob wir in einem friedvollen Europa weiterleben können. Deshalb unterstützen wir die BBS Peine mit diesen Aktivitäten als Europaschule!“

(Verfasser: Siegmund Küster)

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