Projekt „xStarters“

Digital und sozial denken

Ausbildungsprofile ändern sich. Schulen merken dies und hautnah, auch Unternehmern orientieren sich mehr und mehr um. Eine neue Generation D wie Digitalisierung wächst heran. Zukünftige Auszubildende stellen sich auf verändernde, auf digitale Lernformate und Technologien ein, sowohl in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Verwaltung oder Produktion.

Auch der Automobilkonzern Volkswagen reagiert darauf, er entwickelte das Innovationsprojekt „xStarters digital“, mit dem das Unternehmen seit einem Jahr an Schulen in der Region geht. Am Donnerstag hielt sich ein xStarter-Projektteam an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Peine in Vöhrum auf. Doch worauf zielt das Programm „xStarters digital“ ab?

„Wir wollen unsere Zielgruppe der 14- Bis 19- jährigen besser kennen lernen“, sagte Projektmitarbeiter Daniel Scholz. „In diesem Bereich haben wir als Konzern wenig Berührungspunkte“. Und so verlässt VW seit einigen Monaten sein Wolfsburger Hoheitsgebiet und besucht den Nachwuchs an seinen Lernorten. Denn: Auch VW braucht Fachkräfte neuen Zuschnitts.

„Uns geht es auch darum, den Schülern die digitale Welt und ihre Möglichkeiten aufzuzeigen“, sagte Scholz, selbst studierter Physiklehrer. Scholz und seine Kollegen sprachen die Schüler indes nicht im typischen Kauderwelsch der Digital-Nerds an. Das Kennenlernen der Schüler des 13. Jahrgangs am Beruflichen Gymnasium Technik sowie Industriemechaniker, funktionierte so: Die xStarter-Betreuer fragten die Schüler zunächst nach ihrem sozialen Engagement, die gaben ihnen Denkaufgaben, wie sie ihre Stadt, ihre Gemeinde oder Schule umweltfreundlicher oder lebenswerter machen könnten. Ziel ist, dass die Schüler in kleinen Arbeitsgruppen und in kürzester Zeit mit Kreativität nicht nur digitale sondern auch soziale Ideen entwickeln. Welche lassen sich schnell, welche nicht so zügig umsetzen? Welche Veränderungen sollten Priorität genießen? Welche Projekte sind besonders nachhaltig, welche schonen die Umwelt? Ihre Ergebnisse stellten sich die Schüler schließlich gegenseitig vor. Ideen wie „Mehr Güter von der Straße auf die Schiene“ oder „Fahrrad-Autobahnen für Städte“ fielen eher in die Kategorie der schwer umsetzbaren Projekte, die Einführung einen Kaffeebecher-Pfands an den BBS erschien den Schülern leichter umsetzbar.

Doch wie kann die Umsetzung des Müll-Vermeidungsprojekts iniitiert werden? Eine Lerngruppe schlug die Pfand-Werbung via Instergram vor, eine andere entwickelte ein markingträchtiges Logo.

Andrea Lang von der Landesschulbehörde, als schulfachliche Dezernentin für die BBS Peine zuständig, zeigte sich begeistert. „Ich freue mich, dass das Projekt hier so gut ankommt, und ich hoffe, dass das Pfandsystem für die Kaffeebecher bis zu meinem nächsten Besuch eingeführt ist.“

Der rund fünfstündige Projekttag endete für die Schüler dann doch noch mit Praktischem. Sie bauten aus Bestandteilen eines Robotik-Kastens eine Mini-Transport- und Fertigungsanlage, natürlich digital vernetzt und steuerbar.

Jörg Kleinert
Peiner Nachrichten, 20. September 2019