BBS Peine appelliert für Szenario B bis Weihnachten

Corona-Schutz in Schulen: Lehrer wünschen mehr sich Planbarkeit bei Unterrichtsszenarien

Gespannt blickt die Leiterin der Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Peine auf die Ergebnisse des nächsten Corona-Gipfels im Kanzleramt am Mittwoch. Auf welches Ergebnis Maria Zerhusen in Bezug auf Schulen hofft, ist klar: Dass auch Schulen FFP-II-Masken zur Verfügung gestellt bekommen oder Luftfilteranlagen für Räume gekauft werden, die schlecht gelüftet werden können. Und vor allem: „Wir würden gerne die Möglichkeit erhalten, das Szenario B bis Weihnachten fortzuführen. Denn so eine Unruhe durch ständige Wechsel ist nicht zuträglich“, betont Zerhusen.

An Peines größter Schule (1500 Schüler) an der Pelikanstraße in Vöhrum gilt bereits, was sich jüngst zehn Peiner Schulleiter in einem gemeinsamen Schreiben an die Stadt Peine als Schulträger auch für ihre Schule wünschten – das Szenario B. Weil es immer wieder mal Corona-Fälle an der Berufsbildenden Schule gab und zudem der Inzidenzwert im Landkreis besorgniserregend hoch ist, durften die BBS in Absprache mit dem Landkreis dazu übergehen, dass nur die Hälfte der Klassen vor Ort unterrichtet werden, während die andere Hälfte der Schüler per Heim-Unterricht lernt.

Aufmerksamere Schüler, die sich sogar mehr beteiligen, ruhigerer und dadurch arbeitsfördernder Unterricht durch kleinere Vor-Ort-Klassen, größere Abstände – die Erfahrung aus dem Szenario B seien großteils positiv bilanziert Schulleiterin Zerhusen. „Wir kommen mit dieser Form von Unterricht derzeit den Elternvertretern, den Lehrkräften und der überwiegenden Anzahl der Schüler entgegen. Denn das Szenario B gibt ein größeres Gefühl von Sicherheit“, betont sie. Wenn BBS-Lehrerin Beate Sodemann derzeit zum Beispiel Kaufleute für Büromanagement oder Einzelhandelsklassen unterrichtet, wird das via Kamera ins Internet übertragen. Ein Teil der Schüler schaltet sich von zu Hause zu und erfährt so ebenfalls etwas über Rechnungswesen oder Reisekosten-Abrechnungen. Da nicht alle über einen eigenen Computer verfügen und kleinere Handy-Bildschirme nutzen, muss Beate Sodemann die Arbeitsblätter mitunter auch bereits vorher ausdrucken und verteilen. „Das Szenario B bedeutet definitiv mehr Aufwand in der Vorbereitung. Aber trotz der Mehrarbeit fühle ich mich in der Corona-Zeit wohler, weil weniger Schüler im Klassenraum sitzen. Bei mehr als 20 Schülern im Klassenraum fühle ich mich derzeit nicht wohl – trotz Maske“, betont sie.

Doch völlig unproblematisch läuft es auch in Szenario B nicht für alle Berufsschüler, wie Siegmund Küster, der Leiter der Fachgruppe Holztechnik, anmerkt: „Es gibt Licht und Schatten. Wir machen zum Beispiel technische Zeichnungen, die kann man auf dem Handy nicht machen – aber es gibt Schüler, die haben nur ein Handy.“ Und wenn zum Beispiel in Erwägung gezogen werde, einen Teil einer Klasse vormittags und einen anderen nachmittags zu unterrichten, sei das mitunter einfach nicht möglich, weil es für manchen Schüler keine Busverbindungen am Nachmittag mehr gebe. Mitunter gibt es zudem auch mal schlechte Internetverbindungen, „weil der Server überlastet ist“, räumt Lehrerin Christine Busch ein.

Die BBS haben gerade die Erlaubnis erhalten, das Szenario B bis zum 4. Dezember fortführen zu können. Das reicht auch Beate Sodemann nicht. „Die Begrenzung nervt, denn sie erschwert unglaublich die Planung“, betont die Lehrerin.

Mehr Planbarkeit – dazu appelliert auch Roland Mainka, der Elternratsvorsitzende der BBS und Kreiselternratsvertreter. Das ständige Hin und Her mache es Lehrern, Eltern und Schülern gleichermaßen schwer. Deshalb müssten die Entscheidungen darüber, wie der Unterricht aufrecht zu erhalten ist, dorthin verlagert werden, wo sie hingehörten: auf die Ebene der Schulleitungen! „Den Schulen müssen vielmehr Freiheiten gegeben werden, um selbstständig zu entscheiden. Denn jede Schule im Landkreis ist anders“, betont Mainka.

Was für die IGS Lengede eine Superlösung sein könnte, verpuffe vielleicht an der Peiner Bodenstedt-Wilhelmschule. „Der Kontext jeder Schule ist anders, die Schülerstruktur, die technischen und personellen Möglichkeiten“, sagt Mainka, der deshalb einen offenen Brief des Schulleiterverbandes Niedersachsen unterstützt, in dem die Unterzeichner mehr Entscheidungsspielraum fordern. Mainkas feste Überzeugung: „Wenn man Raum lässt für Kreativität, entsteht auch mehr Kreativität.“

Christian Meyer, PAZ 23.11.20, Seite 9

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