Ausbildung: Keine Trennung zwischen Alten- und Krankenpflege

An den BBS Vöhrum kann man Pflegefachfrau oder -mann werden – Absolventen sind vielseitig einsetzbar

Bislang waren die Ausbildungen zu Alten- beziehungsweise Kranken- oder Kinderkrankenpflegern voneinander getrennt. Das hat sich 2020 geändert: Nun gibt es eine generalistische Ausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“. Das betrifft auch die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum, die sich intensiv auf diese Veränderung vorbereitet haben, die Schulleiterin Maria Zerhusen als Aufwertung der Pflegeberufe einschätzt. Weiterer Vorteil: Der Abschluss wird EU-weit anerkannt.

„Wir haben uns intensiv auf die neue Situation vorbereitet. Die Auszubildenden schließen zwar einen Vertrag mit einem Krankenhaus, einem Pflegeheim oder einem ambulanten Pflegedienst ab. Da die Ausbildung aber alle Teile der Pflege umfasst, werden Teile der praktischen Ausbildung auch außerhalb des Stammbetriebs in anderen Einrichtungen durchgeführt“, erklärt Zerhusen. Um das zu gewährleisten, gibt es 35 Kooperationspartner auch über die Grenzen des Landkreises Peine hinweg. Mit Kathrin Homann und Janine Grastor wurden eigens zwei Pflegekoordinatorinnen eingestellt, die die Ausbildung organisieren.

„Natürlich wird die Pflege nicht neu erfunden. Allerdings gibt es Veränderungen in der Struktur. So hat zum Beispiel der kommunikative Bereich eine Aufwertung erfahren. Das heißt, die Auszubildenden werden gezielt auf Gesprächssituationen mit Betroffenen, aber auch Angehörigen vorbereitet“, sagt Lehrerin Sylke Ahrenholz-Sikorski.

Die ersten Schüler dieser neuen Ausbildung sehen die Entwicklung positiv: „Man muss sich noch nicht gleich festlegen“, sagt Vivien Obst. „Mein Berufsziel ist Altenpflegerin, aber ich lasse mich gern auf die neue Ausbildung ein“, macht Heike Richter deutlich, und Martin Fiedler und Lisa Rogers finden es reizvoll, dass sie der erste Jahrgang sind und noch nicht alles so festgezurrt ist. Sie sehen sich ein wenig als „Pioniere“.

Die Aufgaben der Pflegefachkräfte sind vielfältig und variieren je nach Einsatzgebiet, so dass die Ausbildung ganz unterschiedliche Perspektiven bietet. Es gibt zahlreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und damit eine Vielzahl an Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zur Leitung von Wohnbereichen oder Pflegeheimen. „Die Berufsaussichten sind sehr gut: In der Pflege herrscht ein akuter Fachkräftemangel“, weiß Zerhusen. So kommen in der Altenpflege auf 100 offene Stellen nur 24 arbeitslose Fachkräfte, in der Krankenpflege sind es 46.

Auch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz seien für geeignete Bewerber sehr gut, denn angesichts des Fachkräftemangels sei die Motivation der Einrichtungen sehr hoch, selbst auszubilden. Wer in der Pflege arbeiten möchte, sollte das entsprechende Interesse und die Bereitschaft mitbringen, Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf zu betreuen und zu pflegen – auch körpernah. Zudem sollte er die nötigen Deutschkenntnisse mitbringen, um mit den Pflegebedürftigen, seinen Angehörigen und den Kollegen kommunizieren zu können. Zudem sollte er einfühlsam sein, Freude am Umgang mit Menschen haben und auch bereit sein, Verwaltungs- und Schreibarbeiten zu übernehmen. Er sollte ebenso eigenverantwortlich wie auch im Team arbeiten können, körperlich und seelisch belastbar sein und mit Stress umgehen können.

Kerstin Wosnitza,
PAZ 12. Oktober 2020 Peiner Land Seite 12

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